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Bein Wine Estate, Stellenbosch

Aktuelles

Jahrgangsbericht 2019

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Merlot 2019

Zusammenfassung: Die Erntesaison 2019 wird als die wohl widersprüchlichste Saison seit vielen Jahren in Erinnerung bleiben. Zuerst ungewöhnlich wechselhaft im Winter mit gutem Regen im Juni, dann wieder warm und trocken im Juli und August. So musste schon zum ersten mal während der Blütezeit bewässert werden, sehr ungewöhnlich für Stellenbosch, und das Wetter blieb weiterhin wechselhaft und windig bis zur Reifezeit. Die Ernte war im ganzen Western Cape entsprechend unterschiedlich, aber mit allgemein tiefem Ertrag. Die frühen Partien (Rosé und Weissweine) entwickelten sich zumeist sehr gut, aber ab Mitte Februar verlangsamte sich die Reifung - es schien, als ob die vier trockenen Jahre zuvor die Weinberge ausgelaugt und ihrer Reserven beraubt haben. So blieben die Zuckerwerte vergleichsweise tief, die phenolische Reife und Aromenentwicklung war jedoch gut. 

So brachte die Ernte 2019 auch bei uns zwar einen sehr guten Rosé, aber die Rotweine waren nicht  für neue Fässer prädestiniert, sodass wir von diesem Jahrgang ausschließlich Little Merlot produzierten.

Etappenberichte vom Jahrgang 2019

Mai - April 2019

Zu dieser Jahreszeit sind wir im Keller jeweils damit beschäftigt, den vorherigen Jahrgang sowie den neuen Pink Merlot abzufüllen, der voraussichtlich Ende Mai erhältlich sein wird.
Der Rotwein darf natürlich weiter im Fass reifen - und zum Besseren: Während dem ersten Fassumzug - kurz nach Abschluss der malolaktischen Gärung - überraschte er uns mit schönen Aromen und einer zarten Textur, trotz des schwierigen Jahres, das hinter uns liegt. Trotzdem wird klar, dass wir aus der diesjährigen Ernte nicht unser gesamtes Sortiment produzieren können, sondern wahrscheinlich nur einen Little Merlot.

März 2019

Die Haupternte brachten wir dieses Jahr am 6. März ein - alles an einem Tag, gerade noch rechtzeitig vor dem am nächsten Tag einsetzenden Regen! Die Ernte war noch kleiner als unsere schon tiefe Schätzung, gerade mal 500gr pro Quadratmeter, bei gleichzeitig ungewöhnlich tiefer Zuckerreifung. Es scheint, dass die 4 trockenen Jahre in Folge ihren Tribut fordern, und zusammen mit den heissen und ungewöhnlich windigen Perioden war die Reifezeit für die Haupternte nicht optimal. Immerhin konnten wir eine anständige Qualität einbringen, und nun schauen wir der Entwicklung der Weine im Barrique gespannt entgegen.

Februar 2019

Heisse Tage und ungewöhnlich viel Wind kennzeichnen die Saison. Regen ist weiterhin Mangelware. Die Ernte begann für uns am 11. Februar mit den Trauben für unseren Rosé - und die waren von exzellenter Qualität. Der Most wurde dann wie jedes Jahr langsam kalt vergoren, und der neue Pink Merlot 2019 dürfte so im Juni schon für Trinkfreude sorgen - gut so, ist doch der 2018er schon ausverkauft :-)

Januar 2019

Bisher scheint unser Weinberg gut mit den trockenen Bedingungen zurechtzukommen. Das neue Jahr brachte sogar etwas Regen, insgesamt 16 mm, ein guter Durchschnitt für Januar. Veraison (Farbumschlag) begann diesmal zusammen mit dem Beginn des neuen Jahres und war bereits Mitte Januar praktisch komplett. Es wird nun jedoch klar, dass wir mit einer deutlich kleineren Ernte als üblich rechnen müssen. Darüber hinaus gibt es aufgrund der beobachteten Millerandage manche grüne Einzelbeeren in den Trauben, die bei der Ernte noch mühsam entfernt werden müssen. Auf der anderen Seite reift die restliche Frucht außergewöhnlich gut, und unsere erste Saftprobe zeigt bereits eine schon ungewöhnlich gute Farbe. So sind wir mal gespannt auf die Ernte!

Oktober-November-Dezember 2018 - schon wieder trocken!

Oktober und November waren gekennzeichnet durch wechselnde Temperaturen, wenig Regen und häufige, starke Winde. Trotz des guten September-Regens mussten wir auch feststellen, dass unsere Böden nur halb-voll in die neue Saison gestartet sind. Daher haben wir zum ersten Mal bereits zur Blüte eine erste Bewässerung vorgenommen, um diese kritische Phase zu befördern. Trotzdem beobachteten wir schließlich einen sehr uneinheitlichen Fruchtansatz. Und es blieb es weiterhin sehr trocken, Niederschlag war weniger als die Hälfte des sonst üblichen Regens für die letzten drei Monaten des Jahres. Positiv zu vermerken waren dafür die eher moderaten Temperaturen.
Interessanterweise beobachteten wir in den Weinbergen unserer Gegend gerade um die Weihnachtszeit trotz Regenmangels plötzliches Auftreten von falschem Mehltau (Peronospora), stellenweise sogar ziemlich stark. Glücklicherweise kamen wir selber mit einem leichten Streifschuss davon.

September 2018: Frühling im Kap

Leider waren Juli und August ungewöhnlich warm und wieder sehr trocken, zwar ideal für den Rebschnitt, aber es brachte nur gerade mal 30% der sonst saisonal üblichen Niederschläge. Zum Glück kompensierte der September wieder mit kaltem und nassem Wetter, und die Wasserspeicher im Kap sind jetzt zum Start der neuen Saison zu gut 60% gefüllt – noch nicht voll, aber immerhin doppelt soviel als vor einem Jahr. Das nasskalte Septemberwetter verzögerte auch den Austrieb um rund 2 Wochen gegenüber den vorangegangenen Jahren, dafür kam der Start dann Ende September sehr gleichmäßig. Nun freuen wir uns auf die neue Saison!

Juni 2018: Winterzeit

Neben dem Release unseres Pink Merlot 2018 brachte der Juni endlich wieder einmal ausgiebige Regenfälle. Die ausgetrockneten Böden sind wieder aufgefüllt und die leeren Staudämme erhalten erstmals wieder guten Zufluss. Trotzdem haben wir uns entschlossen, zukünftig alles Dachwasser aufzufangen und in Haus und Hof zu nutzen. Nachdem wir schon die ganze letzte Saison im Keller ausschließlich mit Regenwasser gewirtschaftet hatten, sind wir zuversichtlich. Das Wasser vom Dach wird in grossen Tanks aufgefangen und mit einer Spezialfilteranlage aufbereitet, bevor es in unser Wassernetz eingespeist wird – und das tolle daran: es schmeckt besser als Stadtwasser, und ist erst noch ohne Chlor oder sonstige Zusätze, ideal für die Kellerwirtschaft!