Rebblog Jahrgang 2010/11
Aktuelle Berichte in loser Folge aus Rebberg und Keller. . .
31.12.2011: Happy New Year
Dezember 2011
Immer noch viel Arbeit im Weinberg, aber auch die Touristensaison hat wieder begonnen; und am dritten Adventswochenende unser "Summer in Stellenbosch Valley Festival" - das Video erzählt mehr darüber...
November 2011
Es ist immer noch trocken, mit bisher halb so viel Niederschlag wie sonst. Trotzdem viel Arbeit im Rebberg mit Ausbrechen, Einschlaufen, Auslauben und Frucht ausdünnen - das Video zeigt, wie das im Detail so geht:
September 2011: Ein Wechselbad...
Obwohl quantitativ wenig Regen fiel, war der frühe September durch feucht-kalte Witterung beherrscht. Der letzte Rebschnitt Mitte September machten wir aber bei schönstem und trockenem Wetter, das dann für den Rest des Monats anhielt - also schon wieder aussergewöhnlich trocken, bringt September sonst doch ausgiebige Regenfälle. Entsprechend zögerlich trieben die Reben aus.
August 2011 brachte endlich Regen
Endlich etwas Regen, und die Dämme rund um Kapstadt sind zu gut 70%
gefüllt. Dies ist wichtig für uns, haben wir doch letzte Saison erlebt,
wie trocken und lang so ein Sommer hier werden kann.
Auch von den Eulen gibt es Freudiges zu vermelden: Alle vier Eier sind
geschlüpft, und die Jungen entwickeln sich gut trotz des
nass-kalten Wetters. Die Eltern sorgen aber auch gut für sie - am
zweiten Schlüpftag schon brachte der besorgte Vater gleich 4 Mäuse
innerhalb einer halben Stunde für den noch winzig kleinen Nestling
(siehe Video vom 21.August)
Juli 2011: Kalt und trocken
Es ist kalt geworden, sehr kalt. Leider aber auch trocken, sehr trocken!
Bisher fiel nicht einmal halb so viel Regen wie sonst in dieser
Jahreszeit. Glücklicherweise sind die Wasserspeicher rund um
Kapstadt aber noch ordentlich von den Vorjahren gefüllt, trotz des trockenen letzten Sommers.
Entgegen der landläufigen Meinung ist auch im Winter viel Arbeit im
Betrieb: die Reben müssen geschnitten und in Form gebracht werden, den Drahtrahmen
und das Bewässerungssystem flicken und unterhalten, im Keller den Wein umziehen und vieles
mehr - es wird uns also nie langweilig.
Auch die Esel wollen beschäftigt sein, gibt es zur Zeit doch wenig
Touristen zu ihrer Unterhaltung. So haben wir einen alten Eselkarren
hergerichtet und werden unsere Grautiere nun in die Pflicht nehmen - bei
Erfolg hier später mehr davon... :-)
Winter ist hier immer auch Blütezeit, und selbst die Vögel putzen sich
mit neuem Gefieder für die Paarungszeit heraus. So gibt es auch bei
unseren Schleiereulen Nachwuchs. Am 21.July hat das Weibchen das erste
Ei gelegt, und danach alle paar Tage wieder eins. Wir hoffen nun auf
eine gesunde Aufzucht (Bilder folgen bald!)
Juni 2011: Abfüllen, Packen und Etikettieren
Die kalte Regenzeit hat eingesetzt, und wir können uns ganz der Kellerarbeit widmen. So waren wir diesen Monat mit dem Abfüllen der neuen Weine beschäftigt, und natürlich mit dem etikettieren und verpacken. Das bedeutet auch immer ein grosser logistischer Aufwand, bis alles zusammen ist: Mengen berechnen, die richtigen Flaschen und Korken für die verschieden Weine bestellen, Kartonboxen bestellen und falten, alles einlagern, Etiketten formulieren, anpassen und schliesslich den Druck überwachen, die Weine zertifizieren - und dabei platzt der Keller aus allen Nähten, mit jeweils drei Ernten unter einem Dach und dazu noch all das Trockengut! Aber schliesslich ist alles abgefüllt, verpackt und zum Teil schon wieder ausgeliefert, und wir können uns endlich ein bisschen hinter dem Ofen verkriechen und in aller Ruhe ein Buch lesen (mein aktuelle Lesetipp: The Elephant Whisperer von Lawrence Anthony)...
4. Mai 2011:
Der neue Jahrgang ruht nun in den Fässern und hat die zweite Gärung
(Milchsäuregärung) praktisch abgeschlossen. Die Weine machen uns grosse
Freude, mit einer tiefdunklen Farbe und schon jetzt überraschend feinen
Tanninen. Es scheint tatsächlich wieder ein besonders guter Jahrgang zu
sein! - ich weiss, das behaupteten wir schon von den letzten drei Jahrgängen,
aber es scheint wirklich so, als ob unser Weinberg sich in den letzten
Jahren regelmässig selbst übertreffen möchte.
Und schliesslich kann sich jeder selbst davon überzeugen: Der
ausgezeichnete 2008er ist ja zur Zeit noch erhältlich, wenn auch bald
ausverkauft, so wie der Little 2009. So wird der Hauptwein 2009 bald
schon erhältlich sein, und heute füllen wir gerade den Little Merlot
2010 ab, ein würdiger Vorbote des 2010er Bein Merlot.
19. + 21. März 2011: ERNTE
am offiziellen Herbstbeginn waren schliesslich die Trauben für den
Hauptwein pflückreif. Bei weiterhin schönstem Wetter konnten auch sie
zur Perfektion reifen, mit immer noch viel Sonne am Tag, aber nun schon
deutlich kühleren Nächten - ideale Voraussetzungen für eine gute Farb-
und Aromaentwicklung. Zusätzlich versprechen die durch die anhaltende
Trockenheit generell kleineren Beeren durch das dadurch relativ höhere
Schalen/Volumen-Verhältnis besonders kräftige Weine.
So waren auch die Zuckerwerte entsprechend hoch mit gut 25% Zucker, aber
mit einem gesundem Säurewert von pH 3,6. Die resultierenden Weine sind
sauber durchgegoren und kamen wie jedes Jahr früh ins Fass, wo sie nun
die Milchsäuregärung durchlaufen.
2. März 2011: die Ernte unseres Rosé
Der Wettergott hat gehalten, was er versprach: eine optimale Reifezeit
mit durchgehend schönem Wetter, viel Sonne und Wärme, aber ohne
eigentliche Hitzewelle. Dies hat natürlich unseren Trauben gefallen, und
da wir sie zusätzlich mit gezielter Tröpchenbewässerung über die
anhaltende Trockenperiode unterstützten, haben sie auch fleissig
produziert. So konnten wir schliesslich die Trauben für den Rose unter
optimalen Bedingungen am 2. März ernten. Die Qualität war super, ohne
jegliche Fäulnis bei erst noch zufriedenstellender Menge.
Wie auf unserer Webpage über den
Weinberg beschrieben, teilen wir ja unseren Rebberg mit Hilfe von
Infrarot-Luftaufnahmen in verschiedene Unterterroirs auf, deren Trauben
dann zu verschiedenen Weinen gekeltert werden. So stammt auch unser Rosé
aus speziell dafür geeignetem Traubengut aus den frohwüchsigeren Zonen,
dabei früher geerntet für eine spritzige Säure und frischere Frucht.
Nach einer kurzen Maischezeit über Nacht wurde er abgepresst und wird
nun während den folgenden 2-3 Wochen langsam kaltvergoren - unsere
Rosé-Liebhaber dürfen sich freuen! .
Januar 2011: Weiterhin sehr trocken!
Ein Regenschauer am Neujahrstag brachte zwar etwas Erleichterung, aber
ansonsten verlief das weitere Reb-Jahr wie bisher: warm und vor allem
sehr trocken! Auf der anderen Seite förderte das kontinuierlich schöne
Wetter zusammen mit dem Segen unserer unterstützenden Bewässerung
eine besonders gleichmässig schöne und vor allem sehr gesunde
Fruchtentwicklung.
Entsprechend dem leicht späteren Austrieb fand auch der Farbumschlag
rund eine Woche später als üblich statt und war erst Ende Januar
abgeschlossen. Wie jedes Jahr nutzten wir auch heuer diese Phase, um
spät reifende, grüne Fruchtpartien zu eliminieren, was wir dank dem
gesunden Behang grosszügig angehen konnten. Anschliessend haben wir
wiederum die besonders exponierten Partien rund um den Garten mit
Vogelnetzen geschützt, um die in der Reifezeit so unwillkommenen
Mitesser fernzuhalten - immerhin 12 Kilometer Netze! Jetzt können wir uns auf eine gute Ernte freuen,
welche wir gegen Ende März erwarten - hoffentlich hält
das Wetter nun auch bis dahin!
Dezember 2010: warm und trocken!
Nachdem wir nach einem relativ trockenen Winter mit wenig Grundwasser in die Saison gestartet sind, hat auch der Frühling bisher nicht viel Regen gebracht. Und der Dezember-Regen, welcher kurz vor Weihnachten überall sonst im Kap gefallen ist, hat leider unsere kleine Farm nicht erreicht, sodass es langsam sehr trocken wird. In solchen Situationen sind wir froh, dass wir zusätzlich bewässern können. Dafür hatten wir bisher sehr wenig Wind, noch keine Hitzetage, und die Frucht entwickelt sich gut und gleichmässig. Es sieht so aus, als ob wir das 2011 mit viel Zuversicht auf eine gute Ernte angehen können.
November 2010: Blütezeit
Moderate Temperaturen mit sehr wenig Wind und minimal Regen kreierten
ideale Bedingungen für eine ungestörte Blüte, sodass wir dieses Jahr
wieder mit einer normalen Ernte rechnen dürfen. Und etwaige späte Triebe
aufgrund des teilweise ungleichen Austriebes zu Beginn des Jahres können
jetzt grosszügig ausgemerzt werden.
November brachte aber auch eine Novität ganz anderer Art. Unsere
regelmässigen Besucher wissen, dass wir seit vielen Jahren unseren
Rebberg mit Hilfe von Infrarot-Luftaufnahmen analysieren und so in kleinere
Mikro-Terroir für eine präzisere Bewirtschaftung unterteilen können
(siehe auch unser
Poster über Precision Viticulture).
Dieses Jahr haben wir uns noch moderner Technik bedient. Dabei wurden
die Infrarot-Sensoren am Traktor befestigt und damit Rebzeile für
Rebzeile eingescannt. Da die erhaltenen Messdaten mit ihren jeweiligen
GPS-Koordinaten korreliert werden, können wir anschliessend auf dem
Computer eine Karte erstellen, welche die unterschiedlichen
Aktivitätszonen von unserem Rebberg räumlich aufzeigt.
Diese neue Technik, welche durch eine junge Firma aus dem französischen
Beaune angeboten wird (
www.viti-yojik.com ), verspricht eine deutliche Verbesserung
gegenüber unseren bisherigen Luftaufnahmen - hoffen wir, dass sich diese auch in unserem Wein wiederfindet.
Oktober 2010: Frühling!
| Viel Arbeit im Rebberg mit Ausdünnen, Stämmchen putzen und Kontrollen. In der Zwischenzeit haben allerdings die Schleiereulen ihren Nistkasten wieder zurück gefordert, und so haben wir einfach einen zweiten aufgehängt - und beide mit VideoRecorder ausgestattet! Hier ein Muster mit den Eulen - ich könnte stundenlang zuschauen! |
September 2010: Trockener als erwartet!
Der September war ungewöhnlich trocken. Obwohl die Dämme voll sind, startet die Saison mit trockenen Böden, eine ungewöhnliche Situation. Dies heisst wohl weniger Wuchs im Beginn, aber möglicherweise Probleme später im Jahr, wenn die Reben auf die Grundwasserreserven angewiesen sind. Die ersten Symptome einer ungewöhnlichen Saison sind schon jetzt sichtbar, wenn frühe Triebe deutlich schneller entwickeln als spätere Triebe - mal sehen was der Oktober bringt!?
August 2010: Winterschnitt
Ein
kühler August, aber vergleichsweise wenig Regen waren schöne Bedingungen
für den Winterschnitt. Wie jedes Jahr haben wir zuerst auf die Ruten
reduziert, welche die zukünftigen Träger werden sollen. Erst ganz
zuletzt, am 8. September, wurden alle gleichzeitig auf zwei Augen
kurzgeschnitten. Dabei hat uns ein neuer Besucher argwoehnig beobachtet:
Ein Turmfalkenpaar hat sich im Eulenkasten eingenistet, wo
Schleiereulen im letzten Jahr noch 3 Junge aufgezogen haben.
Juni 2010: Neue Krankheit befällt Stellenbosch's Weinberge
Eine
neue Krankheit hat Stellenbosch's Rebberge befallen, der Plastik-Krebs!
Zuerst ist er nur vereinzelt an eher unauffälligeren Orten aufgetreten,
aber jetzt schlägt er erbarmungslos auch in den besten Lagen zu! Die
Rede ist von der Gewächshaus-Industrie, welche ihre hässlichen
Plastikbauten überall hinsetzt, ohne Rücksicht auf Landschaft und
Umweltschutz. Dabei nützen sie kaltschnäuzig legislative und
exekutive Schwächen unserer Stadtverwaltung aus, zum Schaden der Wein-
und Tourismusindustrie. Zeigen Sie auf das Bild rechts und sehen Sie,
wie sich unsere Landschaft innert kurzer Zeit verändert hat.
Aber wir wehren uns! Mehr dazu auf der Webseite
www.polkadraaihills.co.za , wo Sie auch Ihre Meinung dazu äussern
können (in deutsch oder englisch) - dies wird uns helfen, auf die
Behörden entsprechenden Druck zu machen!
4. Mai 2010: Endlich Regen
Endlich kam der ersehnte Regen, gesunde 36 mm an einem Tag - die
Natur atmet auf, die Reben nehmen noch einen letzten tiefen Schluck vor
der Winterruhe. Die Blätter sind gelb und fallen schon teilweise ab -
der Winter kommt!
Winter
ist aber auch die Zeit der Blumenpracht hier am Kap, mit den wilden
Callas und Watsonias beginnend, den vielfältigen Proteas, den bizarren Kaktusblüten, und die überwältigenden wilden Blütenfeldern in der ansonsten so
trockenen Karoo. Das selbe trifft auch auf unseren Garten zu,
der im Winter in den üppigsten Farben blüht und damit auch viele
verschiedene Vogelarten anzieht, wie dieser Sunbird, welcher sich am
Nektar des Cape Honeysuckle labt.
April 2010: Flaschenabfüllung
Seit der Ernte am 23-25.Maerz warten wir sehnlichst auf Regen. Es
war ein erschöpfend trockenes und langes Jahr für die Reben, und es
scheint, dass der Herbst so weiter machen will und den Regen so lange
als möglich zurückhalten will. Ansonsten wird es kühler, mit den
Nachttemperaturen zeitweise unter 10 Grad.
In der Zwischenzeit haben wir den Merlot 2009 auf die
Flasche
gezogen. Seit letzten Jahr füllen wir ja mit eigener kleinen
Abfüllanlage ab - die Umstellung hat sich gelohnt, die
Qualitätskontrolle dieses kritischen Prozesses deutlich verbessert.
Jetzt fragen wir uns, warum wir dies nicht schon früher gemacht haben!?!
Übrigens kam im April eine kleine Reportage über uns im Cash-TV des
Schweizer Fernsehens. Verpasst? Hier können Sie es sich nochmals
anschauen:
Bein Wein in Cash-TV
März 2010 : Erntezeit
Die Ernte des 2010er begann am 2. März 2010 - und zwar beschlossen wir dieses Jahr, die frohwüchsigeren Partien früher zu ernten und damit gezielt nur Rose zu machen. Der Grund ist, dass wir so die Reife besser auf die Bedürfnisse des Rose abstimmen können, sprich frischere Frucht, kräftigere Säure und weniger Alkohol! Der Merlot für den Rotwein wurde schliesslich erst am 23.-25. März geerntet, nach einer langen Schönwetterperiode unter idealen Bedingungen. Zwar war Regen angesagt, und wir beeilten uns auch, alles rechtzeitig unter Dach und Fach zu bringen, aber der Regen blieb schlussendlich aus. Leider!
Der Jahrgang 2010 ist ein würdiger Nachfolger der vorangegangen zwei Jahre. Es mag angeberisch klingen, aber wir sind begeistert über diese gute Triade grosser Jahrgänge, die wir hatten - 2008, 2009, und nun 2010. Allerdings mit einem Wermutstropfen: die Erntemenge war beträchtlich weniger dieses Jahr, mit einem Ertrag von knapp einer halben Flasche pro Quadratmeter! Wie später bekannt wurde, war die Erntemenge deutlich geringer in ganz Stellenbosch und Umgebung, hauptsächlich wegen Regen und Wind während der Blüte, aber auch wegen viel Wind und Trockenheit wahrend dem Rest der Saison, bei gewissen Farmen auch wegen Verlusten durch Pilzinfektionen (Peronospora).

